pallCompare – Veröffentlichungen

pallCompare

Hier finden Sie eine Übersicht der Veröffentlichungen, die im Rahmen des Projekts pallCompare entstanden sind. Darunter finden sich Originalarbeiten mit Link zum jeweiligen Journal sowie ePaper des bifg zum Download. Weitere Publikationen (Abstracts, Poster, eingereichte Arbeiten) sind hier abrufbar.

A refined ICD-10 diagnoses-based approach for retrospective analysis of potential palliative care need and coverage in claims data of deceased 23. Oktober 2024

Hintergrund: ICD-10-basierte Ansätze bilden häufig die Grundlage für die retrospektive Schätzung des potenziellen Palliativpflegebedarfs. Die Anwendung der verbreiteten und anhand von Mortalitätsdaten entwickelten Klassifikation von Murtagh et al. 2014 auf administrative Leistungsdaten führt zu Inkonsistenzen bei der Bedarfsschätzung. Um die Schätzung zu verbessern, entwickelten wir anhand von Expertenmeinung eine neue, ebenfalls ICD-10-basierte Klassifikation von Krebs- und Nicht-Krebs-bezogenen Diagnosegruppen und verglichen die Ergebnisse hinsichtlich Bedarf an und Inanspruchnahme von Palliativversorgung mit der Murtagh-Klassifikation. Dafür standen uns Krankenkassenabrechnungsdaten von 417.405 Personen, die im Zeitraum 2016-2019 verstorben waren, zur Verfügung. Ergebnisse: Von den im Jahr 2019 verstorbenen Personen (n = 117.436) ermittelten wir mit Hilfe der neuen Klassifikation bei 81,4 % (potenziellen) palliativen Versorgungsbedarf, während die Murtagh-Klassifikation eine Rate von 97,0 % ergab. Von den Personen mit Krebs erhielten 70,7 % (gegenüber 55,7 % nach der Murtagh-Klassifikation) Palliativversorgung. In den Untergruppen, die nicht an Krebs erkrankt waren, war die Inanspruchnahme deutlich geringer, mit einem Maximum von 36,7 % (gegenüber 33,7 % nach der Murtagh-Klassifikation) im Jahr 2019. Ähnliche Ergebnisse wurden auch für die anderen Jahre beobachtet. Schlussfolgerung: Im Vergleich zur ICD-10-basierten Murtagh-Klassifikation ermöglicht die revidierte ICD-10-basierte Klassifikation realistischere retrospektive Schätzungen des Bedarfs an Palliativversorgung, wenn die Todesursache nicht verfügbar ist. Außerdem zeigt die neue Klassifikation höhere Raten der Inanspruchnahme von Palliativversorgung und größere Unterschiede insbesondere zwischen Krebs- und Nicht-Krebserkrankungen.

Autor(inn)en: Slotina, E., Ditscheid, B., Meißner, F., Marschall, U., Wedding, U. & Freytag, A.
SAGE Open Medicine, 12: S. 1–11. DOI: 10.1177/20503121241269599
Datengrundlagen und Methoden zum pallCompare Monitor Hospiz- und Palliativversorgung 26. April 2024

Das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderte Projekt pallCompare  liefert ein umfassendes Berichtswesen zur Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland im regionalen Vergleich auf der Ebene von Kreisen, Raumordnungsregionen und 17 Kassenärztlichen Vereinigungen. Im interaktiven Datenportal des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) werden Daten zu Inanspruchnahme, Ergebnisqualität und Kosten der Hospiz- und Palliativversorgung (2016–2022) zur Verfügung gestellt. Die Kennzahlen können regional z. T. bis auf Kreisebene, aber auch nach Alter, Geschlecht, Pflegebedarf und Grunderkrankungen analysiert werden. Im Folgenden bezeichnen wir diese Daten als versichertenbezogene Daten. Darüber hinaus werden auch Kennzahlen zum hospizlichen und palliativen Versorgungsangebot präsentiert, zunächst zu vertragsärztlich tätigen Hausärztinnen und Hausärzten sowie Fachärztinnen und Fachärzten, die ambulante Palliativversorgung abrechnen. Das vorliegende ePaper ist das Begleitdokument zum pallCompare Monitor Hospiz- und Palliativversorgung. Es dient der Dokumentation der verwendeten Datengrundlage und Methodik. Dort finden sich Informationen zu den Datenquellen, der Studienpopulation und der Standardisierung sowie eine Erläuterung der Kennzahlen. 

Autor(inn)en: Ditscheid, B., Meissner, F. & Freytag, A.
Institut für Allgemeinmedizin/Universitätsklinikum Jena & BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg). DOI: 10.30433/ePPC.2024.005
Medical specialties providing outpatient palliative care - a comparison across regions based on German statutory health insurance claims data 25. April 2024

Ein Großteil palliativer Versorgung erfolgt ambulant. Bisher ist weitgehend unbekannt, welche Ärztinnen und Ärzte sich wie an der ambulanten Palliativversorgung beteiligen. Um dies bundesweit und differenziert nach Regionen Kassenärztlicher Vereinigungen (KV) zu messen, analysierten wir anhand der Abrechnungsziffern für palliative Leistungen aus Routinedaten der BARMER die abrechnenden Ärzte gemäß ihrer Fachrichtung (Arztgruppe) und KV-Zugehörigkeit. Dabei nutzten wir die Daten des letzten Lebensjahres der Versicherten, die 2019 verstorben waren. Es zeigte sich, dass Hausärzte in allen KV-Regionen hauptsächlich zur allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) beitrugen. Die Anteile der palliativ versorgenden bzw. spezialisierte Versorgung (SAPV) verordnenden Hausärzte an allen Hausärzten einer KV-Region variierten jedoch stark. Auf große Unterschiede bei den SAPV-leistenden Arztgruppen deuten Berlin und Westfalen-Lippe hin. Hier wäre mehr Transparenz über die Arztgruppen-Beteiligung in den übrigen KV-Regionen wünschenswert. Die Gründe für die Unterschiede sind vielfältig und liegen vermutlich vor allem in den regional unterschiedlichen, teils historisch gewachsenen Rahmenbedingungen für die Organisation und Vergütung der Palliativversorgung. Welche dieser Ausprägungen als bedarfsgerecht, effizient und zukunftssicher gelten können und welche Veränderungen angezeigt und umsetzbar wären, ist angesichts der großen demografischen Herausforderungen verstärkt in den Blick zu nehmen.

Autor(inn)en: Ditscheid, B., Krause, M., Marschall, U. & Freytag, A.
Deutsches Ärzteblatt, 121: S. 298–9. DOI: 10.3238/arztebl.m2024.0017