ePaper des bifg

Neben den Reporten und dem „Gesundheitswesen aktuell“ veröffentlicht das bifg in Form der bifg-ePaper wissenschaftliche Studien, Sonderauswertungen und Artikel als Open-Access-Publikationen auf der Website.

Sie möchten informiert werden, sobald neue ePaper verfügbar sind? Dann melden Sie sich jetzt für den bifg-Newsletter an.

Newsletter abonnieren
Brustkrebsfrüherkennung: Ein Beitrag zur Frage, ob die Altersgrenzen des Mammographie-Screening-Programms in Deutschland ausgeweitet werden sollten

14. Juli 2022

Diagnostische Maßnahmen zur Erkennung von Brustkrebs stehen im Fokus des neuen bifg-ePapers. Anlass ist die aktuell diskutierte Ausweitung der Altersgrenzen im Mammographie-Screening-Programm (MSP) auf Frauen ab 45 und bis 74 Jahre. Dazu liegt eine Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen vor (Vorbericht vom April 2022). Aufgrund fehlender Daten ist es jedoch derzeit nicht möglich, die Auswirkungen von diagnostischen Maßnahmen außerhalb des MSP in die Bewertung einzubeziehen. Routinedaten der BARMER können hier einen Beitrag leisten. Die Analysen zeigen, dass im 2-Jahreszeitraum 2018/2019 bei jeder dritten Versicherten zwischen 30 und 79 Jahren mindestens eine Mammographie abgerechnet wurde. In der Altersgruppe des MSP (50-69 Jahre) wurden etwa fünfmal häufiger Brustkrebsdiagnosen außerhalb des MSP gestellt, wobei 83% der Mammographien innerhalb des MSP stattfanden. Die Nutzenbewertung sollte den Einfluss möglichst aller diagnostischen Maßnahmen einbeziehen und die Risiken des MSP berücksichtigen.

Ergänzende Auswertungen zum IGES-Vorschlag zum ambulanten Operieren

16. Mai 2022

Mit rund 2.500 neuen Leistungen legte ein Gutachten unter Federführung des IGES Instituts eine umfangreiche Liste potentiell ambulantisierbarer Operationen und sonstiger stationsersetzender Eingriffe zur Erweiterung des AOP-Katalogs vor. Zusätzlich wurden patienten- und fallspezifische Merkmale – sogenannte Kontextfaktoren – definiert, die eine stationäre Durchführung entsprechender Leistungen rechtfertigen. Unter Berücksichtigung dieser Kontextfaktoren ermittelte das bifg in einer ersten Analyse das tatsächliche Ambulantisierungspotenzial auf Grundlage von BARMER-Daten. Hierauf aufbauend werden in diesem ePaper vertiefte Auswertungen des Ambulantisierungspotenzials vorgestellt und diskutiert. Dies beinhaltet die Analyse von Patienten-, Fall- und Krankenhausmerkmalen und dem mit ihnen verbundenen Ambulantisierungspotenzial. Des Weiteren werden Auswertungen auf Bundesland- und Kreisebene vorgestellt und die Bedeutung einzelner Leistungen für die Gesamtzahl ambulantisierbarer Krankenhausfälle betrachtet. Die Ergebnisse unterstreichen die Eignung der Gutachtervorschläge zur Erweiterung des AOP-Katalogs und zeigen weitere Forschungs- und Analysebedarfe auf.

Biosimilars im Fokus. Diskussionspapier zur Substitution von Biosimilars in Apotheken

05. Mai 2022

Biosimilars sind Nachahmer-Arzneimittel, die nach dem Patentablauf für biologische Originalarzneimittel (Referenzprodukte) zugelassen werden. Anders als chemisch hergestellte Arzneimittel sind sie mit dem Original nicht vollständig identisch, müssen aber ihre medizinisch-pharmazeutische Gleichwertigkeit im Zulassungsverfahren unter Beweis stellen. Verursacht durch den biologischen Herstellungsprozess weichen die einzelnen Produktionschargen aller biologischen Arzneimittel voneinander ab. Es gibt aber dadurch für die Patienten keinen medizinisch-therapeutischen Unterschied, das haben zahlreiche Studien bewiesen. Die Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung kann daher durch eine höhere Biosimilarquote und die Substitution in Apotheken erheblich gesteigert werden. Dagegen regen sich Widerstände.

IGES-Gutachten zur Ausweitung ambulanter Operationen – Eine Potenzialermittlung unter Berücksichtigung des Behandlungskontextes

08. April 2022

Ein neues Gutachten nennt ca. 2.500 zusätzliche AOP-Leistungen und liefert erstmalig eine detaillierte Beschreibung der Kriterien, die gegen eine Ambulantisierung eines Krankenhausfalls sprechen. Somit lässt sich die Wirkung der einzelnen Kriterien und auch das verbleibende zusätzliche ambulante Potenzial ermitteln. Die Ergebnisse der Analysen auf Basis von BARMER-Daten legen nahe, dass der Vorschlag eine gute Diskussionsgrundlage bietet. Einer zeitnahen Einigung auf einen neuen AOP-Katalog sollte daher nichts im Wege stehen.

Corona-Impfung: Was Krankenkassen zur Evaluation beitragen könn(t)en

22. März 2022

Untersuchungen zur Impfwirksamkeit und zur Sicherheit der Impfstoffe sind in Deutschland aktuell nicht durchführbar, eine hierfür benötigte Datenquelle existiert nicht und kann auch nachträglich nicht erzeugt werden. Nur ein kleiner Ausschnitt des Impfgeschehens konnte analysiert werden, trotzdem zeigt die Analyse die Chancen, die sich aus einer besseren Datenverfügbarkeit ergeben hätten. Zwei Ergebnisse sind zentral: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte haben die STIKO-Vorgaben sehr gut umgesetzt und Risikopersonen prioritär geimpft. Außerdem konnte die Impfung im folgenden Halbjahr die Beatmungsinzidenz erheblich senken.

Reformvorschläge für eine Weiterentwicklung der stationären Versorgungs­strukturen und der Krankenhausfinanzierung

14. Oktober 2021

Die Krankenhauslandschaft weist trotz ihrer bewiesenen Leistungsfähigkeit seit Langem bekannte strukturelle Defizite auf. Die Liste der unter Experten konsentierten Ziele ist lang. Die Entwicklung einer sektorübergreifenden Versorgungsstrukturplanung, die Sicherung der Behandlungsqualität und die Vermeidung nicht begründbarer Mengendynamiken zählen dazu. Eine verlässliche Finanzierung und eine Vergütung, die keine Fehlanreize setzt, sind notwendige Voraussetzungen einer Weiterentwicklung. Mit der Digitalisierung kommen neue Herausforderungen hinzu. Mit dem vorliegenden Artikel stellt die BARMER ihr Konzept einer zukunftsfähigen Krankenhausreform vor.

ICD-11: Mehr als nur ein Update

24. August 2021

Die neue elfte Revision der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) wurde 2019 von der World Health Organization (WHO) vorgestellt und soll ab 2022 zur Dokumentation der Todesursache verwendet werden. Die ICD-11 ist das Ergebnis langjähriger internationaler Entwicklungsarbeit von 96 Mitgliedsstaaten, an der auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) intensiv beteiligt ist. Die WHO möchte dem medizinischen Fortschritt und kulturellen Weiterentwicklungen Rechnung tragen und hat mit viel Aufwand ein System erschaffen, welches neue Methoden und Strukturen anbietet, um das medizinische Geschehen in einer digitalisierten Welt adäquat abbilden zu können. In Deutschland ist die ICD-10 tief im Gesundheitswesen verankert und hat eine zentrale Position und verteilende Wirkung in den Entgeltsystemen. Die frühzeitige Auseinandersetzung mit der neuen Revision ist daher notwendig und Grundlage eines systemweiten Anpassungsprozesses. Im Artikel werden die Bausteine des Gesamtsystems ICD näher erläutert und die Reaktionen der Fachgesellschaften auf die inhaltlichen Änderungen beleuchtet.

Stationäre Mindestmengen in Deutschland und der Schweiz:
Zwischen Evidenz und Praxis

08. Juni 2021

Dieser Report ist die erste gemeinsame Veröffentlichung der Krankenversicherer BARMER aus Deutschland und Helsana aus der Schweiz. Er vergleicht die komplexen Regelungen zu Mindestmengen in der stationären Versorgung in beiden Ländern und schafft Transparenz durch eine detaillierte länderübergreifende Gegenüberstellung. Der Report zeigt auf, wie und in welcher Dimension Mindestmengen als Instrument der Qualitätssicherung eingesetzt werden, und leitet aufbauend auf einer Analyse am Vertiefungsbeispiel Knie-Totalendoprothese ab, welche Effizienz- und Qualitätsverbesserungen datengestützt aus Mindestmengen resultieren. 

Ein Modell zur Optimierung der Corona-Impfstrategie

19. Januar 2021

Mit der Coronavirus-Impfverordnung hat die Bundesregierung die Impfreihenfolge für die gesamte Bevölkerung grob festgelegt, indem sie vier Gruppen mit absteigender Priorität definiert hat. Der vorliegende Artikel stellt ein Modell vor, das in der Lage ist, das Hospitalisierungs-, Beatmungs- bzw. Versterberisiko aufgrund diverser Vorerkrankungen zu konkretisieren und so zielgenauer zu priorisieren. Es kann einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Impfstrategie und zur Erreichung der Impfziele leisten.

Zwischenbilanz nach der ersten Welle der Corona-Krise 2020.
Richtungspapier zu mittel- und langfristigen Lehren

24. November 2020

Nach der ersten Phase der Corona-Pandemie in Deutschland ist es Zeit, die bisherigen Erfahrungen auszuwerten und mögliche Ableitungen bzw. Lehren nicht nur für die aktuelle Lage, sondern auch für die Zukunft zu formulieren. In jeder Krise steckt eine Chance. Und von der grosso modo positiven Leistungsbilanz der Krisenbewältigung in Deutschland gehen Impulse für Reformen der Versorgungslandschaft aus, deren Zielstellungen zum Teil bereits vor der Corona-Pandemie formuliert worden waren. Sie sollen in der aktuellen Diskussion nicht verloren gehen. Im Gegenteil: Sie sollen gerade jetzt in den Vordergrund gerückt werden, um die in der Krise liegende Chance für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Gesundheitswesens zu nutzen.
Deshalb haben die Autoren und Herausgeber das vorliegende Dokument als „Richtungspapier“ bezeichnet: Der aktuellen Diskussion – die verständlicherweise auf die Bewältigung der aktuellen Krise gerichtet ist und (zunächst) auch sein muss – soll eine darüber hinausgehende Richtung gegeben werden. Vor dem Hintergrund der Lehren aus der „ersten Welle“ der Corona-Krise (lessons learned) werden ausgewählte Reformperspektiven für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens vorgestellt.
In einer Executive Summary sind die wesentlichen Inhalte des fundierten Papiers kompakt dargestellt.