Projektion der Notfallversorgung bis 2040

Maximilian Junkersdorf, Dariia Ordynat, Danny Wende, Martin Rößler

7. Juli 2026

Die aktuelle Reform der Notfallversorgung zielt unter anderem auf eine Entlastung des Rettungsdienstes und der Notaufnahmen der Krankenhäuser durch eine verbesserte Steuerung der Patientinnen und Patienten. Zentrale Bausteine der Reform sind die Einrichtung integrierter Notfallzentren (INZ) und die Aufnahme der medizinischen Notfallrettung als Sachleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Während weitgehend Einigkeit über die Zielstellungen der Reform besteht, mangelt es an belastbaren Daten zur Nutzung von Notfallstrukturen in Deutschland. Zudem fehlen Projektionen des künftigen Versorgungsgeschehens, die demografische Trends und Veränderungen der ambulanten Versorgung berücksichtigen. Entsprechende Analysen könnten jedoch eine wichtige Grundlage zur bedarfsgerechten Ausgestaltung der Notfallstrukturen bilden.

Vor diesem Hintergrund widmet sich das vorliegende ePaper der Projektion der Notfallversorgung in Deutschland bis zum Jahr 2040. Auf Ebene von 984 Mittelbereichen wurden kleinräumige Analysen zu ambulanten Notfallbehandlungen im Krankenhaus und Rettungsdiensteinsätzen mit Patiententransport durchgeführt. Diese Leistungen der Notfallversorgung wurden demografisch und unter Berücksichtigung von erwarteten Veränderungen der hausärztlichen Versorgungssituation fortgeschrieben. Im Rahmen von Szenarioanalysen wurden Effekte von Veränderungen der hausärztlichen Versorgungsrelationen und Anpassungen der Inanspruchnahmeraten der Notfallversorgung auf die Projektionsergebnisse untersucht. Die bundesweiten Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg von ambulanten Notfallbehandlungen im Krankenhaus und Rettungsdiensteinsätzen mit Patiententransport in den kommenden Jahren. Auf Ebene der Bundesländer und Mittelbereiche wird dabei eine enorme Heterogenität der projizierten Entwicklungen sichtbar. Die Szenarioanalyse weist auf die überragende Bedeutung angepasster Inanspruchnahmeraten zur Entlastung von Rettungsdienst und Notaufnahmen hin.

Ergänzend zum ePaper werden interessierten Nutzerinnen und Nutzern interaktive Grafiken im Versorgungskompass des bifg zur vertieften Analyse zur Verfügung gestellt.

Zum Versorgungskompass

 

Autor(inn)en:Maximilian Junkersdorf, Dariia Ordynat, Danny Wende, Martin Rößler PDF, 2.82 MB DOI 10.30433/ePGSF.2026.002 CC BY-ND 4.0
Vorschau Projektion der Notfallversorgung bis 2040
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